Allgemeine Übersicht Bad Wildungen und Reinhardshausen

Die Kurstadt Bad Wildungen, eingebettet in das wellige Grün des Waldecker Landes am Rande des Kellerwald-Nationalpark, ist über die Grenzen Nordhessens für seine Quellen mit heilender Wirkung bekannt.

Insgesamt werden im Stadtgebiet 18 Heilquellen als ortsgebundenes Heilmittel öffentlich ausgegeben bzw. zugänglich gemacht. Sie unterscheiden sich im Einzelnen durch Art und Menge der natürlich gelösten Mineralien.

Die gelösten Mineralstoffmengen im Heilwasser unserer Quellen bewegen sich zwischen 450 mg/l und 5.170 mg/l.

Neben der Kraft der Mineralien, zeichnet das Heilwasser auch die Frische der natürlichen Kohlensäure (freies gelöstes Kohlenstoffdioxid) aus. In den Heilwässern ist Kohlensäure in Mengen von 1.050 mg/l bis 2.850 mg/l gelöst.

Die gelösten Mineralstoffe sowie die Kohlensäure bestimmen die heilende Wirkung unserer Wässer und machen sie so typisch für unser Quellengebiet. Die Heilwässer sind als 

- Säuerling
- eisenhaltiger Säuerling
- Calcium- Magnesium- Hydrogencarbonat­- Säuerling
- Calcium- Magnesium- Natrium- Hydrogencarbonat- Säuerling
- Natrium- Magnesium- Calcium- Hydrogencarbonat- Chlorid- Säuerling

zu charakterisieren.

Unser Heilwasser wird in historischen Quellfassungen / flachen Schachtbrunnen oder tiefen Bohrbrunnen, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts abgeteuft wurden, gefasst.

Die Brunnenbauwerke sind wenige Meter bis rund 250 m tief. Die Menge an gelösten Mineralstoffen der gefassten Heilwässer steht jedoch nicht im direkten Zusammenhang mit der Tiefe der einzelnen Fassungsbauwerke.

Beispielhaft sind die Waldquelle und die Köngisquelle zu nennen:

In der Waldquelle, mit einer Bohrungstiefe von 248,3 m, und in der Köngisquelle, mit einer Brunnentiefe von nur 6 m, sind die Menge der gelösten Mineralstoffe (um 2.800 mg/l) sowie des freien Kohlenstoffdioxids (2.000 bis 2.200  mg/l) nahezu identisch. Die Heilwässer unterscheiden sich jedoch in der Zusammensetzung einzelner Mineralien, was sich aus dem geologischen Aufbau, den geologischen Strukturen im Untergrund und der räumlichen Lage der Quellfassungen ergibt.

Geologisch wird das Heilquellengebiet Bad Wildungen / Reinhardshausen durch den Kellerwald, einem Ostvorsprung des Rheinischen Schiefergebirges, mit Gesteinsschichten des Devons und Karbons im tieferen Untergrund geprägt. Eine weitere Beeinflussung ist aus der westlichen anschließenden Niederhessischen Senke mit dem tertiärzeitlichen Vulkanismus vorhanden. Von hieraus wandert Kohlensäure über tiefreichende Zerrüttungszonen in das Heilquellengebiet ein.

Die unterschiedlichen Gesteine im Untergrund beeinflussen und spiegeln sich in der mineralischen Zusammensetzung des Heilwassers wieder. Die Mineralien in unserem Heilwasser werden durch die aufsteigende Kohlensäure und das umgebende Gestein bestimmt.

In den Heilquellen von Bad Wildungen und Reinhardshausen ist eine Abnahme der Mineralgehalte von Osten nach Westen festzustellen. Im Osten sind die Heilquellen durch einen versalzenen Grundwasserzustrom aus der Niederhessischen Senke beeinflusst. Die Beeinflussung nimmt Richtung Westen ab. 

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